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Vom Stundenplan auf den Teller – Sieg für Zillertaler Tourismusschulen beim Euregio-Wettbewerb „Tourismus trifft Landwirtschaft“

Gestern, Dienstag, wurden in Bozen die GewinnerInnen des Euregio-Wettbewerbs „Tourismus trifft Landwirtschaft“ ausgezeichnet. Den Sieg unter den Tiroler Projekten holten sich dieses Jahr die Zillertaler Tourismusschulen. Seit dem Schuljahr 2017/18 ist dort Regionalität im Lehrplan verankert. Vier Projekte wurden seitdem erfolgreich durchgeführt.

„In den Zillertaler Tourismusschulen treffen sich Landwirtschaft und Tourismus schon auf dem Stundenplan. Das Ausbildungszentrum legt damit den Grundstein, dass regionale Qualitätsprodukte in der Gastronomie und Hotellerie immer öfter auf dem Teller landen. Die heimischen Lebensmittel und ihre Herstellung werden für die Schülerinnen und Schüler erlebbar. Das können sie später auch den Gästen vermitteln“, gratuliert Agrarreferent LHStv Josef Geisler, der mit seinen AmtskollegInnen aus Südtirol, Arnold Schuler, sowie aus dem Trentino, LRin Giulia Zanotelli die Prämierung vornahm.

Über den Tellerrand

Unter dem Motto „Hinter jedem Produkt steckt eine Geschichte“ haben die Zillertaler Tourismusschulen bislang mit den Projekten „Zillertaler – Genuss – Lokal“ und „Kostbares Tirol“, das 2019 auch von der Agrarmarketing Tirol als bestes Schulprojekt ausgezeichnet wurde, reüssiert. Mit der Fortsetzung „Zillertal trifft Ötztal“ und „Zillertal trifft Paznauntal“ schauen die Zillertaler Tourismusschulen aber auch über den Tellerrand hinaus. „Wir wollen Bewusstsein für die Herkunft und Qualität regionaler Produkte sowie über die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Landwirtschaft und Produktion schaffen. Dadurch sollen unsere Schülerinnen und Schüler auf die innovativen Möglichkeiten, die durch die Verarbeitung und Vermarktung regionaler Produkte entstehen, aufmerksam gemacht werden“, freut sich Fachvorstand Peter Dornauer für die gesamte Schule über die Auszeichnung.

Vielfältige Initiativen

Von den 22 Tiroler Einreichungen haben es neben dem Siegerprojekt vier weitere in die engere Wahl geschafft. Familie Radinger in Langkampfen hat den Lacknerhof zu einem Dorf mit Molkerei, Metzgerei, Bäckerei, Konditorei, Hofladen und Urlaub am Bauernhof verwandelt. Tirols erste und bislang einzige Schneckenzucht wird seit 2019 von Simone Embacher in Ellmau am Wilden Kaiser betrieben. Nicht zuletzt aufgrund der Kooperation mit dem Tourismusverband Wilder Kaiser erobern die Kaiserschnecken Feinschmecker im Eiltempo. „Lust aufs Land“ macht der Tourismusverband Silberregion Karwendel. Präsentiert werden nicht nur die Angebote heimischer DirektvermarkterInnen, der Folder gibt Einblick in das Leben der Menschen, die die Silberregion bewirtschaften und bewegen. Seit mehr als 30 Jahren der Inbegriff der Kombination von Tourismus und Landwirtschaft ist die Organisation „Urlaub am Bauernhof“. Die Mitgliedsbetriebe sensibilisieren ihre Gäste für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln und regionalen Einkauf. „Ich bin einmal mehr beeindruckt von der Vielfalt der Initiativen und froh, nicht die Qual der Wahl gehabt zu haben“, beglückwünscht LHStv Josef Geisler alle, die sich in Tirol um die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Tourismus bemühen, und dankt der Jury für ihre Arbeit.

„Kooperationen und Vernetzung zwischen Tourismus und Landwirtschaft dieser Art sind in der Beschaffung und Kommunikation von regionalen Produkten und Dienstleistungen nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft von außerordentlicher Bedeutung. Anhand des Dialogs soll das gegenseitige Verständnis zwischen Konsumenten und Produzenten erhöht werden", betonte Landwirtschafts- und Tourismuslandesrat Schuler.

Apfelführungen und Getreideanbau ebenfalls prämiert

Insgesamt wurden beim Euregio-Wettbewerb „Tourismus trifft Landwirtschaft“ 83 Projekte eingereicht. Davon stammen 22 aus Tirol, 35 aus Südtirol und 26 aus dem Trentino. Das Preisgeld pro Landessieger beläuft sich auf je 2.000 Euro.

Der erste Preis in Südtirol wurde dem Südtiroler Apfelkonsortium für das Projekt „Apfelführungen“ übergeben. Dabei klären BäuerInnen über die wichtigsten Aufgaben und Fakten rund um den Obstanbau auf und bringen den BesucherInnen die Welt des Südtiroler Apfels damit näher.

„Moser Mühle: Getreideanbau in Piné für nachhaltigen Tourismus“ ist das Siegerprojekt aus dem Trentino, bei dem rund 20 KleinbäuerInnen auf dem Pinè-Plateau auf etwa fünf Hektar Getreide anbauen und es in der historischen Moser-Mühle mahlen.

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